Die Korlinger Kapelle

Im Ortskern, dem Altdorf von Korlingen, findet man die kleine Kapelle von 1769. In ihr verbergen sich einige kleine Schätze wie die Kapellenglocken oder der Tabernakelaltar.

 

Die Kapelle wurde von der Benediktiner Abtei St. Martin um 1769 aus Bruchsteinen erbaut und war den Märtyrern Johannes und Paul gewidmet. Johannes und Paul tragen wie der heilige Valentin als Symbol ein Schwert, dass auch im Korlinger Wappen verewigt wurde. Seit 1952 wird deshalb der heilige Vatentin als Kirchen- und Ortspatron verehrt. Seitdem wird jedes Jahr am Valentinstag, den 14. Februar, eine Messe in der Kapelle gefeiert, was auch als "Korlinger Kirmes" bezeichnet wird.

 

Zum beachtenswerten Inventar gehört der Tabernakelaltar von 1769. In seiner Mitte findet man die Muttergottes mit ihrem Kind und seitlich davon sechs Engelputten. Auf der linken Seite steht eine Holzfigur des heiligen Valentinus. Sie ist 105 cm hoch und steht in lebhaft bewegter Haltung auf einer Konsole. Gegenüberliegend auf der rechten Seite hängt eine Schnitzerei der 14 Nothelfer zusammen mit einer Figur des Salvators. Der Holzrahmen misst 170 x 140 cm und ist bestückt mit 25 cm hohen Figuren, die auf Konsölchen unter Baldachinen stehen. Auch die Kapellenglocken sind eine Besonderheit aus dem Jahr 1687 und mit einem Alter von 327 Jahren eine der ältesten Glocken der Region. Sie werden noch von Hand per Strick geläutet. Außerdem trägt eine der Glocken die Inschrift: "Jesus, Maria, Joseph Orate pro Nobis" = " Jesus, Maria, Joseph bittet für uns"

 


Die 14 Nothelfer

Die vierzehn Nothelfer sind vierzehn  Heilige aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert. Die Gruppe besteht nach der sogenannten Regensburger Normalreihe aus drei weiblichen und elf männlichen Heiligen, wobei alle bis auf den hl.  Ägidius als  Märtyrer starben. Abweichend davon gibt es regionale Varianten. In der katholischen Kirche werden die Nothelfer als Schutzpatrone im Gebet angerufen. In der evangelischen Kirche gelten sie allgemein als Vorbilder im Glauben.

 

 

Achatius

 Helfer bei Todesangst

 

Ägidius

 Helfer bei der Beichte und der stillenden Mütter

 

Barbara(1)

 Patronin der Sterbenden, Helferin gegen Blitz- und Feuersgefahr, Schutzpatronin der Bergleute, Geologen, Artilleristen, Gießer, Hüttenleute, Architekten, Glöckner, Glockengießer, Schmiede, Maurer, Steinmetze, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Kampfmittelbeseitiger, Pyrotechniker und Feuerwerker, Feuerwehrleute, Helfer des Technischen Hilfswerks (THW). Sie ist auch Patronin der Totengräber, Hutmacher, der Jungfrauen und der Gefangenen

 

 Blasius

 Helfer bei Halsleiden, Geschwüren, Pest, für eine gute Beichte, Beschützer des Viehs, und Patron zahlreicher Handwerksberufe.

 

Christophorus

 Christusträger, Helfer gegen unvorbereiteten Tod, Rettung aus jeglicher Gefahr, Schutzheiliger der Reisenden, gegen Epilepsie, Unwetter, Hungersnot, Gewitter und Hagelstürme, Pest, Zahnschmerzen, schlechte Träume angerufen. Schutzpatron der Bogenschützen, Autofahrer, Seefahrer, Flößer, LKW-, Bus- und Taxifahrer, Buchbinder, Bleicher, Pförtner und der Obst- und Gemüsehändler

 

Cyriacus

Helfer in der Todesstunde gegen Anfechtungen

 

Dionysius

Helfer bei Kopfschmerzen, Tollwut, Gewissensnöten und Seelenleiden

 

Erasmus

Helfer bei Leibschmerzen, Krämpfen, Koliken, Unterleibsbeschwerden und bei Magenkrankheiten; er wird angerufen bei Geburten und bei Krankheiten der Haustiere

 

Eustachius

Helfer bei schwierigen Lebenslagen und bei Trauerfällen, (ursprünglicher) Schutzheiliger der Jäger

 

Georg

Helfer bei Kriegsgefahren, Fieber, Pest und anderem, gegen Versuchung und für gutes Wetter, und insgesamt Beschützer der Haustiere

 

Katharina(1)

Beschützerin der Mädchen, Jungfrauen und Ehefrauen, auch Helferin bei Leiden der Zunge und Sprachschwierigkeiten, und Patronin der Gelehrten sowie auch zahlreicher Handwerksberufe

 

Margareta(1)

Patronin der Gebärenden und bei allen Wunden

 

 

Pantaleon

Patron der Ärzte und Hebammen

 

Vitus (Veit)

 Helfer bei Geisteskrankheiten

 

 

(1) Zu den drei Nothelferinnen gibt es den Merkvers: Barbara mit dem Turm, Margareta mit dem Wurm, Katharina mit dem Radl – das sind die drei heiligen Madl (nach ihren Attributen).

 

 

Neuer Internetaufritt des Fördervereins

Der Förderverein der Pfarrgemeinde Gutweiler hat jetzt auch einen eigenen Internetauftritt.

Klicken Sie hier http://www.foerderverein-gutweiler.jimdo.com/

Frischer Glanz rund um das Gotteshaus

Der Korlinger Ortschef Gerhard Tholl vor dem Eingang zur Kapelle, neben der ein neuer Platz entstehen soll. Foto: C. Weber
Der Korlinger Ortschef Gerhard Tholl vor dem Eingang zur Kapelle, neben der ein neuer Platz entstehen soll. Foto: C. Weber

Quelle: Artikel des Wochenspiegels, Trier>Städte und Gemeinden>Kreis Trier-Saarburg>Ruwer

Die Idee gibt es schon lange, in diesem Jahr soll’s endlich losgehen: Die Korlinger wollen aus ihrer Kapelle wieder ein echtes Schmuckstück machen und die Außenanlagen komplett neu gestalten.

 

Mauern und Wege sind mit einer dicken Moosschicht bedeckt, auf der Wiese lagert alter Bauschutt, Hecken wuchern vor sich hin: Das Gelände rund um die St.-Valentin-Kapelle in Korlingen bietet einen trostlosen Anblick. Laut Ortsbürgermeister Gerhard Tholl plant die Ortsgemeinde schon lange, die Außenanlagen neu zu gestalten.

 

Im Frühjahr soll es losgehen

In diesem Jahr ist es offenbar soweit: Im Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen. Nach den Plänen des Trierer Landschaftsarchitekten Karlheinz Fischer muss zunächst im Gelände Richtung Valentinstraße etwas Erdreich aufgeschüttet werden. Auf der dadurch geschaffenen Fläche soll ein kleiner Platz entstehen, den Rasen und Schiefermauern umrahmen. „Wir wollen ihn für Sonntagsmatinéen oder kleine Konzerte nutzen“, sagt der Ortschef. „Oder einfach als Treffpunkt für die Menschen im Ort.“

 

"Parkplätze bleiben"

Die Parkplätze an der Valentinstraße sollen laut Tholl bleiben. Sie würden von den Mietern in den benachbarten Wohnungen gebraucht. „Die Parkflächen sollen aber optisch an das neue Außengelände angepasst werden.“ Dass sich das Projekt mehrfach verzögert hat, erklärt der Ortschef mit langwierigen Verhandlungen. Die Ortsgemeinde habe mehrere Grundstücke im direkten Kapellenumfeld erst kaufen oder gegen eigene Flächen tauschen müssen. „Das ist eben oft ein Problem in den alten Ortskernen“, sagt Tholl. „Alles ist sehr eng bebaut, und man stößt schnell an fremde Parzellen.“ Ein wichtiges Grundstück fehlt der Ortsgemeinde aber noch: der Bereich rund um das Kapellengebäude. Besitzerin ist die Kirchengemeinde St. Cosmas und Damian Gutweiler, der auch Korlingen und Sommerau angehören. „Wir haben schon Gespräche geführt, und es gibt Signale, dass wir das Grundstück bekommen“, erklärt Tholl. Dies sei wichtig, weil die Ortsgemeinde nur als Grundstückeigentümerin Fördermittel aus dem Landes-Dorferneuerungsprogramm abrufen könne. Mit den Zuschüssen soll der Bereich um die Kapelle gepflastert und ein barrierefreier Zugang geschaffen werden.

 

Gesamtkosten: 100.000 Euro

Die Gesamtkosten für die Außenanlagen schätzt der Ortschef auf etwa 100 000 Euro. „Ich gehe aber davon aus, dass wir mindestens eine 40-prozentige Förderung erhalten.“ Ob die Zuschüsse sofort flössen, entscheide sich im März. „Aber wir können auch ohne das Geld anfangen, weil uns ein vorzeitiger Baubeginn erlaubt ist.“ Die Ortsgemeinde müsse die Arbeiten in diesem Fall zwar vorfinanzieren, aber: „Wir hatten zuletzt ausgeglichene Haushalte, die Finanzierung sollte kein Problem sein.“ Die Arbeiten sollen im Frühjahr starten und noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Neben dem Außengelände könnte sich bald auch das Kapellen-Innere verändern. Die Gespräche über eine mögliche Renovierung sind allerdings laut Pfarrer Ralf-Matthias Willmes, dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates, noch nicht abgeschlossen. Tholl könnte sich Änderungen etwa am Eingang vorstellen. Momentan sei die Tür stets abgeschlossen: „Wenn es verschließbare Zwischentüren gäbe, könnte sie tagsüber offen bleiben. Dann könnten Touristen immerhin einen Blick in die Kapelle werfen.“

 

Das 1769 aus Bruchsteinen erbaute Gotteshaus beherbergt einiges Sehenswertes: den geschnitzten Tabernakelaltar mit Muttergottes und Engelsfiguren, eine Holzfigur des Schutzpatrons St. Valentin und den Holzrahmen mit Figuren der 14 Nothelfer. Die Kosten für Arbeiten im Innenraum werde die Pfarrgemeinde wohl großteils selbst tragen, vermutet Tholl. Er rechnet aber mit „einer großen Bereitschaft im Ort, mit Spenden oder Eigenleistung zu helfen. Es wäre doch schade, wenn unsere Kapelle vergammeln würde.“ CW